Schönes

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Und lest Lyrik zur Erbauung:

Statt auf die Barrikaden zu gehen

frisst z. Z. alles Ibuprophen!
Es ist ihnen auch anzusehen:
Gesichtsmuskeln schlaff, die Haut ganz fahl.
Egal,
es hemmt den tiefen Schmerz
in Rücken, Schultern, Bein und Herz.
Hauptsache, du spürst nichts mehr.
Der Winter beutelt alle sehr.
Doch ist es nur der Winter?
Ich weiß, es steckt viel mehr dahinter...
Lebt sich's denn nur noch sommers schön -
oder auf Ibuprophen?
Berlin, 27.01.2010, Iris Rudolph

Hoftüren

In beinah längst vergessnen Tagen
wurden an Haus und Zelt
die Öffnungen mit schweren Säcken zu gestellt.
Die Menschen mussten sich sehr plagen
vor Wetter, Fremden und Getier
einigermaßen Schutz zu finden.
Sie wollten sich nicht länger schinden,
so erfanden sie die Tür.
Die macht man auf will jemand durch und hinter sich wird sie verschlossen.
So einfach geht's.
Warum stehen diese beide Türen ständig offen?
Berlin, 13. 10. 2009, Iris Rudolph

Die Welt

Da will man nun die Welt verschönern
das Bedürfnis riesengroß
doch klingt nicht vieles einfach tönern?
Die Gedichte so famos
zu Papier gebracht,
die Texte, Oden, selbstgemacht
aus Innerstem heraus gewunden
wie oft hat man sich auch geschunden.
Und dann stehts da und sieht schön aus
und liest sich gut und leicht und frisch,
ehrlich auch und musste raus.
Die Welt jedoch, sie geht zu Tisch...
Iris Rudolph, Berlin, 17. 08. 2009

Träume

Ein Menschlein träumte einen Traum
des Nachts, wenn die Gefahr stand kaum
dass andere etwas von ihm ahnten
und es womöglich warnten.
Es träumte bis Schlaf breit sich machte
aus dem es einst nicht mehr erwachte.
Berlin, Iris Rudolph, 30. 07. 2009

In der Krise

Sie "sichern" ihre Pfründe.
Die Gründe:
Der Kapitalismus siecht nicht mehr,
er läuft noch als Vampir umher.
Als solcher darf er, wie wir wissen,
frischen Blutes nicht entmissen.
Das Kapital und seine Büttel
heuern nun jedwede Knüttel,
denn es will noch jahrhundert lang
gehen auf Blutspenderfang.
Als Vampir hasst es die Sonne,
zerstört Ozon, dass auch der Mensch nur nachts aus seinen Häusern komme.
Als Vampir wahrt es den schönen Schein
und fällst du auf ihn rein
hast du die Hauer schon im Hals.
In seiner Suppe bist du das Salz.
Verweigerung - durch Knoblauchzehen - reicht nicht aus
ihm zu bereiten den Garaus,
es findet immer eine Laus,
die ihm die Existenz erhält.
Der Vampir ist erst gefällt
rammt jemand ihm den Dreikant in Brust.
Schluss also mit Frust,
spitz an das Holz, verbünde dich mit Deinesgleichen
auf dass das Kapital dem Fortschritt weiche.

Berlin, Iris Rudolph, 19. 07. 2009


2009

Ein Jahr um sich zu freuen?
Ein Jahr der Wirtschaftskrise.
Viele machen heftige Miese.
Dort wo nichts zu holen ist
hält in Grenzen sich der Mist
Also bei dir und mir.
Die andren werden schier verrückt.
Wir werden beglückt.
Auslelichende Gerechtigkeit.
Sonst Revolutia ist nicht weit.
Glaube mir, ich weiß Bescheid.
Iris Rudolph, Berlin, 25. 12. 2008

Tatendrang
Ein bunter Drache fliegt zum Mond,
der riesengroß am Himmel thront -
er ist gerade aufgegangen.
Der Weg ist weit. Das schaff ich doch
denkt Drache noch -
da hat er sich mit seiner langen Schnur im kahlen Baum verfangen.

Iris Rudolph, Berlin, 12. 11. 2008

Rote Fahnen

Berlin ein einziges rotes Fahnenmeer
lässt heiß das Blut mir durch die Adern rinnen.
Doch es ist nur:
Die Türken feiern ihr Gewinnen.
Iris Rudolph, Mölln, 15. 06. 2008

Rauchverbot

Man sieht den Säufernachbarn nun so klar!
Ob er schon immer so unglaublich hässlich war?
Den Dreck aus längst vergessnen Ecken
nimmt nun die Wirtin wahr mit Schrecken.
Das Rauchverbot ändert die Kultur.
Wohin führt das nur?
Iris Rudolph, Berlin 19. 03. 2008

Die Roten

Da denken viele noch sie seien verboten,
da stehen sie schon an allen Ecken rum, die Roten
und die grünen Männchen aus der DDR.
Und regeln den Verkehr...

Iris Rudolph, Berlin 19. 02. 2008

 


 



 



  

 

 

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